Warum bist Du Clown geworden?

Warum bist Du Clown geworden? Wie kommt man überhaupt darauf?
Das sind die am meisten gestellten Fragen an mich, wenn ich erzähle, was mein Beruf ist.
Ganz einfach, schon als Kind habe ich immer wieder vor der Situation gestanden:
Wie schaffe ich es, mit meinem Umfeld in Kontakt zu kommen?
Ich konnte mich nicht in deren Sprache verständlich machen und schreien oder sonst wie unangenehm auffallen, war keine Option für mich.
So habe ich früh gelernt mit Gestik, Mimik, Tanzen, Singen, Töne machen, mir meine eigenen Zugangsmöglichkeiten zu den Erwachsenen zu kreieren.
Nach der Schulzeit absolvierte ich ein tanzpädagogisches Studium und war in dem Bereich auch einige Zeit tätig.
Doch das war erst der Anfang meiner Reise. Ich beschäftigte mich mit der Pantomime / Clownerie und Straßentheater.
Immer mit den Grundgedanken: Wie schaffe ich es, in Kommunikation mit meinem Umfeld zu kommen- ohne große Worte?
In Sommer 2010 bekam ich die Möglichkeit, ein Zirkus Projekt in einer neurologischen Reha für Kinder und junge Erwachsene – mit zu leiten, um dort die jungen Patienten in Jonglage und Pantomime und Clownerie zu unterrichten. Diese 5 Wochen haben mich sehr stark in meinem Wunsch bestärkt, mit den Mitteln der Pantomime /Clownerie /Jonglage in den direkten Dialog mit meinem Gegenüber zu gehen.
Nach weiteren „clownesken“ Umwegen bin ich dann auf eine Ausbildung in den Niederlanden gestoßen, die sich darauf spezialisiert hat, bei Menschen mit Demenz und geistiger Behinderung mit den Mitteln der Clownerie in Kommunikation zu treten.
Meine tägliche Arbeit bestätigt mir immer wieder, Tag für Tag, dass ich als Clown Augusta wesentlich mehr Kontakte und Reaktionen von den Patienten erhalte, als ich es als Petra jemals erreichen könnte.
Das ist der Grund, weshalb ich als Clown für Menschen mit einer demenziellen Veränderung arbeite und Andere gerne darin unterweise, diesen Zugang auch für sich im Alltag mit diesen Menschen zu erlernen und zu gewinnen.